Der Begriff der Ambivalenz von Henri Lefebvre, den ich beim Studium in Heidelberg Mitte der siebziger Jahre kennenlernte, umfasst als Theorie des Alltagsbewusstseins alle Lebens-

bereiche des individuellen und gesellschaftlichen Lebens - in der Sphäre des Gesellschaftlichen, also als soziologischer Begriff, tritt er als Ambiguität auf - siehe: Literatur, die mich beeindruckte...  hier auf der Homepage -, so auch das Lachen, der Witz und die Ironie.

 

Obwohl man da, wie man mittlerweile weiß, vorsichtig sein kann ( nicht soll!), wie die terroristischen Vorkommnisse im muslimischen Kontext der letzten Zeit einem klar macht. Die Fatwa gegen Salman Rushdie ist immer noch nicht aufge-hoben, - Iran als repressive Mullah-Diktatur steht immer noch ganz oben auf der Liste der Verbrecherregimes der Welt. Jedes Jahr werden tausende Menschen hingerichtet, auch Kinder. Dagegen wird sich auch zunächst wenig machen lassen - jeder Protest von Amnestie ist trotzdem wichtig! -, Staaten sind wie sie sind, nicht zuletzt gehört dieser Kategorie auch die USA an, da dort einige Staaten die Todesstrafe ebenfalls vollstrecken. Das mag einem gefallen oder nicht (vielleicht sollte man deshalb nicht hinfahren oder Handel treiben?). Es ist halt so. Wir müssen mit "Verbrecher-staaten" - verbündet oder nicht, leben.

Immerhin verdanken wir den USA historisch einiges, was nicht vergessen werden darf. Und die BRD ist auch nicht führend inpunkto Einhaltung der Menschenrechte, wie man wissen kann, immerhin von Gesetzes wegen an den Menschenrechten orientiert...(wenn auch nicht gebunden).

 

Wie auch immer, der iranische Präsident Hassan Ruhani tourt zur Zeit durch die Hauptstädte der westlichen Welt um "einzukaufen", denn seinem Volk geht es schlecht. Durch die Aufhebung des westlichen Embargos besteht riesiger Güterbedarf, - alle reiben sich die Hände! Ist auch o.k. Wenn der Handel dem Weltfrieden und der Abwendung eines Atomkrieges dient?

 

Nun ist bekannt geworden, dass in Rom beim Besuch des iranischen Präsidenten beim Regierungschef Matteo Renzi die antiken Statuen, darunter auch die kapitolinische Venus in Holzboxen versteckt wurden. Die Presse brodelte - berechtigt! - und Hohn und Spott ergoss sich in der nationalen und internationalen Presse über die italienische Regierung und italienische Kultur - das monierte süffisant natürlich die italienischen politischen Rechten und Faschisten an erster

Stelle - "den Gast als Herren zu behandeln...", um eherbietig quasi im Staub zu versinken. Das ginge garnicht! Natürlich nicht. Und jede Menge visuelle Verballhornungen kursieren im Netz, Michelangelos David in Unterhosen oder die Venus von Milo mit BH...In Punkto Statuenverhüllung ist mir etwas eigenes eingefallen (siehe unten.)

 

Man möchte wissen, kann man in der Presse lesen, ob das Ganze vom italienischen Protokoll veranlasst wurde, oder die Iraner darum gebeten hätten? Man weiß es nicht genau, weder der  Premier Renzi noch der Kulturminister Dario Frenceschini hätten davon gewusst, versicherte letzterer der Presse (FR, 28.01.2016, S.8, Artikel von Regina Kerner). Jedenfalls sagte der Kunstkritiker Vittorio Sgarbi: "Man dürfe den Iran nicht mit den Fundamentalisten in Saudi Arabien oder dem IS verwechseln. Die persische Kultur und Zivilisation sei älter als unsere. Die nackten Statuen in den Ruinen von Persepolis seien auch nicht bedeckt. "Und wie verstecken wir unsere?" Der iranische Führer, der ja wisse, dass es in Rom jede Menge antike Akte gibt, könne sich ebenso gut in seiner Intelligenz beleidigt sehen, befindet Sgarbi."( zit. ebda). Sein Wort in Gottes Ohr...

 

Norbert Herrmann

31.Januar 2016     

 

 

"Wir, einige der in Stein gemeiselten, ehemaligen Präsidenten der USA verfolgen

von unserem Mount Rushmore in South Dakota aus, mit Sorge die Entwicklungen der Welt: Wir rufen hiermit alle männlichen Staatenlenker der Welt auf, wenn sie mit Präsidenten verhandeln müssen, die die Frauen ihrer Staaten gesetzlich zu bestimmten Kleidervorschriften zwingen, sich auf diese Weise mit den betroffenen Frauen zu solidarisieren. Auch sollten alle Männer, die in diese Staaten reisen, aus Solidarität mit den auf diese Weise geknechteten Frauen, in der Öffentlichkeit ihr Gesicht verhüllen."

 

 

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Norbert Herrmann

2.Februar 2016