An Verwandtschaft, KundInnen, KollegInnen, Nachbarn, Freundinnen und Freunde und jeden, der es mag, schicke ich seit geraumer Zeit zu den Feiertagen um Weihnachten und Anfang des Jahres als Gruß eine politische Karikatur per E-Mail oder manchmal auch in haptischer Form. Dieser Eintrag bleibt etwa ein viertel Jahr lang an dieser privilegierten Stelle platziert. Später wandert er dahin, wo er hingehört, nämlich zu den anderen Karikaturen der letzten Jahre. hier auf der Homepage.

 

 

Dieses Jahr gestaltete ich eine Postkarte mit dem Thema: "Quo vadis Deutschland?"

Der Text auf der Rückseite lautet:

 

Bei den diversen Wahlen 2019 wirft die zu Ende gehende Ära von Angela Merkel ihre Schatten voraus. Die SPD konnte sich nicht konsolidieren, die CDU/CSU brach fast durchweg ein, die in großen Teilen faschistische, aber neuerdings aus taktischen Grün-den Kreide fressende AFD erreichte erschreckend hohe Wahlergebnisse, vor allem im Osten. Ob die CDU den verführerischen Sirenengesängen der AFD auf Dauer machtpo-litisch widersteht, steht in den Sternen...
Und ob die SPD, nach dem Mitgliedervotum und dem Parteitag, die politische Strategie-krise mit den neuen Führungsleuten bewältigt, wird sich zeigen. Ein Anfang ist gemacht! Die Frage bleibt: Wohin gehst Du Deutschland?

 

Nur die Grünen sind nicht zuletzt wegen der nun auch allgemein spürbaren Klimaverän-derung und den vielen, völlig berechtigten Fridays for Future-Aktionen im Aufwind...
Die Linken dümpeln, außer in Thüringen, vor sich hin (leider), von der FDP gibts nichts Neues. Gottseidank.
Wie oft in den letzten Jahren leistet sich mein Atelier zum Jahreswechsel eine aktuelle, auf das politische Geschehen der Welt, nicht zuletzt unseres Landes bezogene, ge-brauchsgrafische Arbeit.

Erholsame Feiertage und einen guten Rutsch wünschen

herzlichst Gretel und Norbert  
 
 

Norbert Ernst Herrmann

17.Dezember 2019

Nach dem Desaster in Thüringen: Von Karl Marx soll der Satz stammen, dass sich Geschichte immer zweimal wiederhole, als Faktum und als Farce. Was sich in Thüringen bei der Wahl zum Ministerpräsidenten ereignete, jagte politisch wahre Schockwellen durch die Republik,- ja, man kann sagen durch die Welt! Aus dem fernen Afrika meldete sich die Kanzlerin und sagte klare Worte, die Partei-chefin der CDU und der Parteichef der FDP eilten nach Erfurt und unverrichteter Dinge wieder zurück nach Berlin - der mit den Stimmen der faschistischen Partei AFD gewählte FDP-Mann Thomas Kemmerich wollte und wollte nicht zurücktreten: Erst ja, dann wieder nicht, - dann doch!

Ausschlaggebend war wohl die Drohung der SPD die große Koalition im Bund aufzukün-digen wenn die CDU ihre aufsässige Landesgliederung nicht in den Griff bekommen würde, die eindeutig gegen die Beschlusslage der Partei verstoßen hat, als sie zusam-men mit den Faschisten den FDP-Mann zum Ministerpräsidenten wählten. Sie hätten sich enthalten können, dann wäre der Wahlsieger Bodo Ramelow von den Linken gewählt worden. Alles wäre gut gewesen. Aber nein, große Teile der CDU - auch bundesweit! - möchten sowieso gern mit den Faschisten koalieren, nach dem Motto: Kann ja nicht so schlimm werden, wir denken ja ähnlich...Die CDU steht vor der Zerreißprobe!

 

Deshalb hier das geschichtliche Faktum, Zitat: "Den größten Erfolg erzielten wir in Thüringen. Dort sind wir heute wirklich die ausschlaggebende Partei (...) Die Parteien in Thüringen, die bisher die Regierung bildeten, vermögen ohne unsere Mitwirkung keine Majorität aufzubringen." Adolf Hitler, 02.02.1930 

(zitiert nach Frankfurter Rundschau vom 7.Februar 2020, S.3, unter Hinweis auf ein Tweet von Bodo Ramelow auf Twitter)

 

Und hier die Farce: Der Ostbeauftragte der Bundesregierung Christian Hirte (CDU) gratulierte Kemmerich und schrieb: "Deine Wahl als Kandidat der Mitte zeigt noch einmal, dass die Thüringer Rot-Rot-Grün abgewähöt haben. Viel Erfolg für die schwie-rige Aufgabe zum Wohle des Freistaats." (zit. FR, S.6) Mittlerweile wurde er "zurückgetreten" von der Kanzlerin.

 

Gerhard Baum, eine der wenigen noch lebenden Alt-Liberalen der FDP schrieb: "Ein Hauch Weimar liegt über der Republik". Als 87jähriger habe er "die Schrecken der Nazis" erlebt, so Baum. "Die Parallele bestehe darin, dass der Rechtsextremismus wieder tief aus der Mitte des Bürgertums komme." (Zit. FR, S.6) 

 

Wie immer es nun in Thüringen weiter geht, diese Ereignisse zeigen, dass meine Ah-nung, die zu einem großen Fragezeichen im schwarz-rot-gelben Zusammenhang grafi-schen Ausdruck fand, nicht weit hergeholt war. Deshalb soll mein obligatorischer "Jahreswechselgruß" hier an der ersten Stelle der Dokumentationleiste meiner Home-page erstmal weiter stehen bleiben...

 

Norbert Ernst Herrmann

    09.Februar 20120