Die Stühle-Aktion...

Der Kunstverein Neustadt wurde von den maßgeblichen, protestantischen Kirchen-leuten vor Ort gefragt, ob KünstlerInnen, die in diesem Verein Mitglied sind, bereit wären Klappstühle zu bemalen, die dann in einer öffentlichen, großen Aktion versteigert werden. Damit soll ein Beitrag geleistet werden für eine neue Orgel, die um etwa 150 000 Euro kostet.

Nun ist bekannt, dass die katholische Kirche z.B. zu den reichsten Institutionen in Deutschland gehört, das wird bei den Evangelischen nicht anders sein, schätze ich mal. Die Mitgliederzahlen beider Vereine sinken zwar drastisch, doch Ihre Beteiligungen an Firmen (und allem was Geld bringt) sind gigantisch, wie man wissen kann, wenn man sich informiert (siehe "!Monitor" im Ersten Programm des Fernsehens)

Armen Institutionen wird mit dieser Aktion also nicht unbedingt geholfen, aber....was macht man nicht alles? Was gäbe es jedoch ein öffentliches Geschrei - das nur einmal als Denkanstoß -, wenn beispielsweise die BASF die Künstlerschaft auffordern würde einen kostenlosen Beitrag zu erbringen, damit das Feierabendhaus in Ludwigshafen neu renoviert werden könne?  

Grundsätzlich arbeite ich als Profi nicht ohne Bezahlung. Aber die Ausnahme bestätigt bekanntlich die Regel. Und ich muss zugeben, dass es Freude gemacht hat beim "Pinselschwingen", obwohl das oft als Begründung von Leuten dient, die Kunst, vor allem Design, deshalb nicht bezahlen wollen, weil es unsereinem ja "Spaß machen würde". Das gewiss. Aber wenn alles kostenlos wäre, was (auch) Spaß macht, dürften z.B. Spekulanten garnichts verdienen, denn diesen macht es ja offensichtlich einen Heidenspaß, vielen Leuten das Fell über die Ohren zu ziehen.... 

Letztlich wollte ich auch die in dieser Sache engagierten KollegInnen nicht alleine lassen und meinen Beitrag leisten, ein Akt der Solidarität also.

 

Dass diese Aktion auch für Werbung in eigener Sache dient, ist selbstverständlich: Die Arbeit von KünstlerInnen dient immer dazu! Das ist normal. Manchen gefällts, manchen nicht...So ist das Leben!       

Meine Konzeption war einfach: Drei Grundfarben, drei Komplementärfarben. Dazu im zugeklappten Modus der Stühle Rauten und Teile davon als Elemente von Chaos. Im aufgeklappten Modus - dann auf der Sitzfläche -. die Rauten als "geordnete" Kombination und wahrnehmungsmäßig in Form eines Würfels. Mein künstlerisches Thema: Das Verhältnis von Teilen zu Ganzheiten...   

Ein Verzeichnis aller an die 50 Stühle, die zur Versteigerung anstanden und der Eintrag zur Versteigerung - über die auch die Rheinpfalz in der Mittelhaardter Rundschau vom 27.Juli 2015 berichtete - ist unter

http://www.stiftskirche-nw.de/veranstaltungen.htm  zufinden.

 

 

Letzter Eintrag: 21. August 2015

Norbert Herrmann